Wissensupdate für Praxisanleitende und interessierte Hebammen: Die Emotionskurve als Instrument für Debriefing mit Studierenden und Geburtsnachgespräche mit Frauen
Referierende: Sarah Schulze, Lehrerin und Dozentin, Engagement für interdisziplinäre Themen der Geburtshilfe, zur Implementierung des Hebammenkreißsaal, 2023 Hebammenpreis für außergewöhnliche Ansätze in der Lehre, Schwerpunkte Methodik und Didaktik in der Praxisanleitung
Fortbildungsstunden: 2 FB Berufspädagogik
Wie gelingt es Ihnen, Studierende nach einer Geburt nicht nur fachlich anzuleiten, sondern sie auch dabei zu unterstützen, ihre eigenen Beobachtungen, Emotionen und Erfahrungen professionell zu reflektieren? Und wie können Sie Frauen nach einer Geburt einen Raum eröffnen, in dem ihre subjektive Geburtserfahrung gehört, verstanden und gemeinsam eingeordnet werden kann?
Reflexion ist eine zentrale Kompetenz professionellen Hebammenhandelns und gewinnt insbesondere in der Praxisanleitung zunehmend an Bedeutung. Strukturierte Debriefings helfen dabei, Erfahrungen bewusst zu verarbeiten, Emotionen einzuordnen und Erlebtes in professionelle Handlungskompetenz zu überführen. Eine gelebte Reflexionskultur stärkt dabei nicht nur die Entwicklung von Studierenden, sondern trägt langfristig auch zur Qualität der geburtshilflichen Versorgung bei.
In diesem Wissensupdate erhalten Sie zunächst einen kompakten Einblick in die theoretischen Grundlagen von Reflexion und Debriefing als Bestandteil professioneller Praxisanleitung. Anschließend lernen Sie die Emotionskurve als einfach anwendbares und zugleich wirkungsvolles Reflexionsinstrument kennen.
Die Emotionskurve macht die subjektive Geburtserfahrung sichtbar und bietet einen strukturierten Gesprächsrahmen für die Nachbesprechung von Geburten. Sie können sie sowohl nutzen, um mit Studierenden deren eigene Erfahrungen als Beobachtende oder Mitwirkende im Kreißsaal zu reflektieren, als auch als Methode für Geburtsnachgespräche mit Frauen. So unterstützt sie dabei, Erlebtes zu ordnen, unterschiedliche Perspektiven sichtbar zu machen und Erfahrungen in Lernen und Handlungskompetenz zu überführen.
Im interaktiven Teil der Veranstaltung arbeiten Sie selbst mit der Emotionskurve und entwickeln konkrete Ideen, wie Sie die Methode in Ihrer Praxisanleitung einsetzen können.
Inhalte
- Reflexion als professionelle Kompetenz in der Praxisanleitung
- Debriefing als Methode zur Förderung von Lernprozessen nach Geburten
- Bedeutung einer gelebten Reflexionskultur für die Professionalisierung von Studierenden
- Einführung in die Emotionskurve als strukturierte Methode zur Nachbesprechung von Geburtserfahrungen
- Einsatzmöglichkeiten der Emotionskurve
- zur Reflexion von Geburtserlebnissen mit Frauen
- zur Reflexion eigener Erfahrungen von Studierenden nach beobachteten oder begleiteten Geburten
- Praktische Anwendung der Emotionskurve anhand eines Fallbeispiels
- Gemeinsame Entwicklung von Transfermöglichkeiten für die Praxisanleitung